Unser Konzept

Herz und Psyche beeinflussen sich gegenseitig: Herzpatienten entwickeln überdurchschnittlich häufig eine Depression und leiden unter Ängsten. Umgekehrt können psychische Faktoren das Herz-Kreislauf-Risiko erhöhen und sich negativ auf den Heilungsprozess auswirken. Das Zusammenspiel von Herz und Psyche ist seit einigen Jahren Gegenstand intensiver Forschungen. Einige Kliniken, z. B. die Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim oder die Universitätsklinik Göttingen, haben bereits psychokardiologische Abteilungen oder Stationen eingerichtet. 

Im ambulanten Bereich haben wir das „Zentrum für psychosomatische Kardiologie“ in Bad  Homburg gegründet, das die neuen Erkenntnisse auf diesem Gebiet in den Mittelpunkt aller ärztlichen Überlegungen und Entscheidungen stellt.

Auf der Grundlage kardiologischer Untersuchungs- und Behandlungsergebnisse sowie ausführlicher Arzt-Patienten-Gespräche über mögliche körperliche und seelische Krankheitsursachen und –folgen wird ein individuelles Behandlungsangebot erstellt, das es ermöglichen soll, eine Krankheit zu bewältigen, sich an die neue Lebenssituation anzupassen, Risiken zu erkennen und zu reduzieren sowie Gesundheit durch Verhaltensänderung zu fördern. Auch eine psychologische Begleitung vor und nach größeren Eingriffen am Herzen ist möglich.

Viele Herzpatienten wünschen sich nach Entlassung aus einer Akutklinik oder nach einer Rehabilitationsbehandlung eine zeitnahe psychokardiologische Betreuung, weil Verunsicherungen oder Ängste nicht vollständig beseitigt werden konnten oder weil die Wiedereingliederung in das Alltagsleben nicht so reibungslos verläuft, wie sie sich das vorgestellt haben.

Es gehört zu den Besonderheiten dieses Zentrums, dass die Wartezeit auf einen Termin für ein Erstgespräch maximal 10 Werktage beträgt.

Ein weiteres Kennzeichen dieser Einrichtung ist die enge Zusammenarbeit der Ärzte für Kardiologie und Psychosomatik. Räumliche Nähe und regelmäßige Konsultationen sind die Basis für ein optimales Behandlungsergebnis.

Unsere Schwerpunkte:

  • ein gesundheitsfördernder Umgang mit dem Themen Angst und Ärger sowie mit Konfliktsituationen in Beruf und Familie
  • Stressabbau und Stressmanagement
  • Raucherentwöhnung
  • Veränderung unangemessener Ernährungsgewohnheiten
  • Reduktion von Übergewicht
  • Abbau von Bewegungsmangel und Anleitung zum körperlichen Training

 

Eine wichtige Aufgabe der psychosomatischen Kardiologie besteht in der Betreuung von Patienten, die an einer schweren Herzerkrankung leiden, kürzlich am Herzen operiert wurden oder einen anderen Eingriff am Herzen hatten.

Viele dieser Patienten benötigen gerade nach Beginn ihrer Krankheit psychologische Unterstützung.

Dazu gehören:

  • Herzinfarktpatienten mit oder ohne PTCA / Stent
  • Patienten mit Zustand nach Klappen- oder Bypassoperation
  • Patienten mit implantiertem Herzschrittmacher oder Defibrillator
  • Patienten mit fortgeschrittener Herzmuskelschwäche
  • Patienten mit einem transplantiertem Herzen
  • Patienten mit schwer einzustellender arterieller Hypertonie
  • Patienten mit komplexen Herzrhythmusstörungen
  • Patienten mit speziellen Medikamenten, z.B. zur Blutgerinnung und/oder zur Verhinderung von Rhythmusstörungen

 

Aber auch Patienten, die lediglich ein erhöhtes Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt aufweisen und eine Erkrankung von Herz und Gefäßen vermeiden möchten, können hier Unterstützung bei der Änderung ihrer Lebensweise erhalten.

Weiterhin ist das „Zentrum für psychosomatische Kardiologie“ für Patienten geeignet, die herzgesund sind, aber an verschiedenen Herzsymptomen leiden.

Das „Zentrum für psychosomatische Kardiologie“ arbeitet methodenübergreifend. Die Unterstützung kann aus wenigen beratenden Gesprächen oder einer intensiven Gesprächstherapie unterschiedlicher Dauer bestehen. Darüber hinaus können ärztliche Hypnosetherapie und Akupunktur zur Anwendung  kommen.

Eine Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen ist nicht gewährleistet.